Verschwörung, Fake und Gewissheiten

Fr–So
28.–30.10.2022

Jahrestagung des Doktoratsprogramms Epistemologien ästhetischer Praktiken

Fragen zum Beitrag der Künste und ihrer Theorien in Zeiten des gesellschaftlichen Wandels

Diskussionen über Verschwörungen, Fake-News und (Un-)Gewissheiten bemühen sich oftmals um eine Art von diskursiver Archäologie und Genealogie dieser und ähnlicher Phänomene, d. h. darum, den Begriffen eine theoretische Kontextualisierung und eine historische Tiefenschärfe zu verleihen. Dabei kommt mitunter auch eine emphatische Verwendung ästhetischer Theorie in den Blick, die zu aktuellen gesellschaftlichen und diskursiven Konstellationen einen Beitrag geleistet hat. Anders ausgedrückt: Was wir heute unter Verschwörungen, Fake-News oder (Un-)Gewissheiten konzeptionell und gesellschaftstheoretisch fassen, kann (oftmals unter umgekehrten theoretischen und politischen Vorzeichen) als Nachleben bestimmter, seit den 1980er und 1990er Jahren breit geführter akademischer Diskussionen verstanden werden. Diese handelten vom Verhältnis von Fakt und Fiktion, von Ambivalenz und Unentscheidbarkeit, von Materialität und Immaterialität sowie vom Spiel der Signifikanten, von der Verknotung des Realen, Symbolischen und Imaginären, bis hin zu Différance und Differenzen.

Das Interesse der Tagung richtet sich dezidiert auf die Rolle der Künste sowie ihrer Theorien in den Debatten um Verschwörungen, Fake-News und (Un-)Gewissheiten heute und wirft die Frage auf, welche spezifische Rolle ihnen sowie der ästhetischen Theoriebildung bei der Formung aktueller Zustände zukommt. Daher stellt sich umso dringlicher die Frage, was der Beitrag der Künste im gesellschaftlichen Wandel heute sein könnte.

 

Programm

Freitag, 28.10.

Samstag, 29.10.

9.30–11.30 Uhr

Universität Zürich, Rämistrasse 59, Hörsaal RAA-G-01
Das Spiel der Künste in der Gesellschaft
Soziologisch-kulturwissenschaftliche Perspektiven
Panel 1: Sven Lütticken (Amsterdam), Jörg Scheller (Zürich); Sylvia Sasse (Zürich); Moderation: Patrick Frank

11.30–13.30 Uhr

Universität Zürich, Rämistrasse 59, Hörsaal RAA-G-01
Ästhetik der Ethik oder Ethik der Ästhetik?
Philosophische Perspektiven
Panel 2: Frauke Berndt (Zürich), Hana Gründler (Florenz), Judith Siegmund (Zürich); Moderation: Florence Borggrefe, Dominique Raemy

15.00–17.00 Uhr

Universität Zürich, Rämistrasse 59, Hörsaal RAA-G-01
Im Material. Praxis, Widerstand, Kritik
Ästhetisch-politische Perspektiven
Panel 3: Christian Berger (Mainz), Maxi Berger (Wismar), Alexander García Düttmann (Berlin); Moderation: Franziska Haug, Irène Hediger, Lorenz Mayr

18.00–20.00 Uhr

Cabaret Voltaire, Spiegelgasse 1
Verlernen
Postkoloniale Perspektiven
Panel 4: María do Mar Castro Varela (Berlin), Michaela Ott (Hamburg), Marita Tatari (Stuttgart/Berlin); Moderation: Ines Kleesattel

Sonntag, 30.10.

11.00–13.00 Uhr

Universität Zürich, Rämistrasse 59, Hörsaal RAA-G-01
Ästhetische Dimensionen (post-)digitaler Interaktionsräume
Medienwissenschaftliche Perspektiven
Panel 5: Sabine Himmelsbach (Basel), Anna Martin-Niedecken (Zürich), Ulf Otto (München); Moderation: Ilja Mirsky

13.30–15.30 Uhr

Universität Zürich, Rämistrasse 59, Hörsaal RAA-G-01
Künste, Politik und Affekte
Kulturwissenschaftliche Perspektiven
Panel 6: Josef Früchtl (Amsterdam), Dorota Sajewska (Zürich), Susanne Witzgall (München); Moderation: Vivien Buchhorn, Benno Wirz